Landesjugendspiele in Klingenthal
Seit langem war es mal wieder soweit und es fanden die Landesjugendspiele in den Wintersportarten statt. Mit einem kleinen Team aus drei Betreuern und fünf unserer Sportler ging es am Samstag zu den Landesjugendspielen nach Klingenthal. Ein Event, welches ich selbst als Kind mitgemacht hatte und das sich als großes Highlight bei mir festgebrannt hat. Ein Event, welches mit einer großen Eröffnungsfeier startet, über mehrere Tage geht und gleichzeitig Sportler aus den verschiedensten Wintersportorten an einen Ort bringt. Für mich hatte es sich damals etwas nach Olympia für Kinder angefühlt. Umso spannender ist es jetzt für mich gewesen, nicht als Sportler anzureisen, sondern als Übungsleiter. Ich selber hatte es leider nie geschafft, mir eine Medaille bei diesen Spielen zu verdienen. Bei meiner besten Chance hatte ich mit einem Stockverlust zu kämpfen und hatte mir damit alle Chancen auf die tollen Medaillen verbaut. Umso aufgeregter war ich, ob bei unseren Kleinen alles funktioniert. Aber zum Anfang. Die Landesjugendspiele starteten bereits am Freitag mit zwei 80m Sprints. Dabei sollte einer im Doppelstock und einer in der Skatingtechnik ohne Stöcke stattfinden. Ein Tanzschulen Zirkus, wenn ihr mich fragt. Am Samstag folgte ein VSA und am Sonntag war ein Einzelwettkampf in der Skatingtechnik geplant. Wir starteten aus arbeitstechnischen Gründen mit unserem achtköpfigen Team erst am Samstag Richtung Klingenthal. Dabei als Betreuer waren Gnauki, Anton und ich. Als Sportler durften Anni, Maria, Nepomuk, Moritz und Kalle sich am Sonntag auf die Spiele freuen. Nachdem wir ca. 13 Uhr zuhause gestartet sind, war unser erster Halt die Wettkampfstrecke in Klingenthal. Diese wollten wir alle nochmal durchfahren, damit jeder seine Strecke und ihre Besonderheiten kennt. So weit so gut. Es hatte auch alles gut geklappt bis auf Nepo, der sich kopfüber in die Abfahrt stürzte und in der steilen Kurve schnell merkte, dass es doch zu gut gemeint war mit der Geschwindigkeit. Das Ende vom Lied war ein schöner Bauchklatscher. Bei der zweiten Abfahrt hat dann aber alles geklappt. Na, besser jetzt, als im Wettkampf. Die Sonne verschwand langsam und wir machten uns auf in Richtung Aschberg zu unserer Jugendherberge. Auf dem Weg dorthin wurden wir noch von einem überwältigenden Sonnenuntergang überrascht, welchen wir nochmal ganz in Ruhe genossen haben. In der Herberge angekommen, wurde eingecheckt, die Zimmer bezogen und 18 Uhr zum Essen gegangen. Danach haben sich die Kleinen in den Zimmern oder im Tischtennisraum aufgehalten. Wir Großen haben uns nochmal die Wettkampfski geschnappt und für morgen vorbereitet. Jetzt hat alles so weit gepasst und der große Tag konnte kommen. Ab 20 Uhr verschwanden die Kleinen dann in ihre Zimmer. Gnauki, welcher ebenfalls auf das Zimmer gegangen war und kontrollieren wollte, dass es nicht so laut zugeht, verschwand selbst nach kurzer Zeit in der Waagerechten. Anton und ich hatten uns in der Zwischenzeit zu einem Privatduell im Billardraum verabredet. Ein Duell voller Qualität und geheimen Techniken. Nach ca. 15 Runden musste ich mich Anton leider geschlagen geben. Das davon ca. 10 Runden durch falsches Einlochen der schwarzen Kugel vorzeitig beendet wurden, ist mal dahingestellt. Mittlerweile war es schon recht spät, die Kleinen haben schon geschlafen und für uns ging es dann auch ins Bett. Am nächsten Tag ging es dann 8 Uhr zum Frühstück, danach fertig machen, Zimmer aufräumen und ca. 9 Uhr dann Richtung Wettkampfstrecke. Dort angekommen, war schon eine Menge los und die Anspannung bei unseren Kleinen wuchs zunehmend. Wir suchten uns erstmal einen Platz im Zelt, mit Anton wurde die Stecke nochmal abgefahren und ich kümmerte mich inzwischen um die Startnummern. Es war mittlerweile 10 Uhr und Kalle hatte als Erster von uns 10:30 Uhr Start. Also, warm machen und wir Betreuer verteilten uns mit Ersatzstöcken auf der Strecke. Ich war am Start und half den Kleinen etwas, Gnauki stand am Anfang des Berges und Anton stand beim Beginn der Abfahrt. Kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Kalle stand mittlerweile an der Startlinie und wartete bis zum Knall. Doch nicht ganz vorne als amtierender Sachsenmeister, nein, ganz hinten in der letzten Reihe, da er in der aktuellen Sachsencup Wertung keine Punkte hat. Somit hatte Kalle schon einen entscheidenden Nachteil gegenüber seinen Kontrahenten. Der Knall kam und Kalle ging auf die Strecke. Auf ihn wartete eine Runde von 1,8 km Länge. Nicht viel Zeit und Kalle hing immer noch in der Masse fest, während vorne schon die Post abging. Jetzt verschwand er hinter der Kurve und das Abwarten, wie es nun ausgehen wird, begann. Nach einer Weile tauchte der Führende auf, dicht gefolgt von unserem Kalle, welcher auf der Zielgeraden nochmal stark an seinen Mitstreiter rangefahren ist. Am Ende fuhr Kalle knapp mit 2,6 Sekunden am Sieg vorbei. Ein Abstand, der sicherlich möglich gewesen wäre, wenn Kalle nicht hätte ganz hinten starten müssen. Nichts desto trotz eine tolle Leistung von unserem Jüngsten, der damit gleich mal die Messlatte ziemlich hoch gelegt hat. Es folgten daraufhin die Startblöcke von Moritz und Nepomuk sowie von Anni und Maria. Die vier mussten jeweils zweimal in die Runde. Bei den beiden Jungs sah es eigentlich nicht schlecht aus. Der Kampf um Platz fünf und sechs war dabei realistisch. Auch in die zweite Runde sind beide direkt hintereinander gestartet. Mal sehen, wer von beiden das Rennen macht. Anni und Maria hatten es in ihren AKs dagegen recht schwer. Maria, welche bei den Landesjugendspielen ihren ersten Skatingwettkampf bestritt, verkaufte sich sehr gut und kam über beide Runden sehr gut rum. Auch Anni gab ihr Bestes, obwohl sie es nicht leicht hat, da sie gegenüber den meisten Kontrahenten einen Kopf kleiner war. Mit einem siebten Platz kam sie am Ende ins Ziel und konnte soweit zufrieden sein. Der Sturz in der Abfahrt hatte dabei keine Auswirkungen, da nach vorne sowie hinten Luft war. Schade, siebter Platz ist eben knapp an den Ehrenplätzen vorbei. So und was machen unsere zwei Haudegen? Moritz konnte sich vor der Abfahrt leicht von Nepomuk absetzen und lag auf Platz sechs. Nepomuk versuchte in der Abfahrt nochmal alles rauszuholen und setzte alles auf eine Karte. Zu seinem Pech verhakten sich seine Skier und er machte erneut einen Kopfsprung, wie am Vortag, Damit war Platz sechs für ihn weg. Moritz nutzte die Situation gekonnt aus und brachte den sechsten Platz über die Ziellinie. Starke Leistung. Nepomuk kam knapp danach als Achter rein. Schade! Ein starkes Rennen mit einem unglücklichen Ende. Der Ärger war ihm dabei ins Gesicht geschrieben. Nun waren alle rein und haben diese Spiele auch mal miterlebt. Jetzt also gespannt auf die Siegerehrung warten und in der Zwischenzeit am Bratwurststand neue Energie sammeln. In der Zwischenzeit hatten wir unser Material ins Auto gebracht und waren ready für die Heimfahrt. Dann kam endlich die Durchsage „Achtung Siegerehrung“. Kalle und Moritz konnten sich dabei unter lauten Jubel ihre hochverdiente Medaille und Urkunden abholen. Jetzt aber ab nach Hause, bevor der angesagte Eisregen kommt. Gut Zuhause angekommen, können wir, denke ich, sehr zufrieden mit dem Wochenende sein. Die Kleinen sind nicht nur bei ihrem Saisonhöhepunkt gestartet, sondern konnten sich zeitgleich noch mit vielen Kontrahenten aus den umliegenden Regionen messen und schauen, wo man selber steht.
F.V. Heinrich Januar, 2026